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Wolfsburg: Ein heruntergekommenes "Team"

Beitragvon Schmidt » 17.04.2016, 22:21

Wolfsburg: Ein heruntergekommenes "Team"

Zumindest die Sympathie mit dem Gegner war Dieter Hecking geblieben an einem ansonsten trostlosen Nachmittag: "Es hat sich gezeigt, dass es hilft, zusammenzustehen und auf Kontinuität zu setzen", kommentierte Wolfsburgs Trainer die leidenschaftliche und auch spielerisch überzeugende Vorstellung des SV Werder, dessen Chefcoach Viktor Skripnik zuletzt extrem in der Kritik stand. Am Auftreten seiner eigenen Profis konnte Hecking freilich kein gutes Haar lassen.
Der Vizemeister und Pokalsieger des Vorjahres präsentiert sich im Liga-Finish als eine im wahrsten Wortsinn heruntergekommene Ansammlung namhafter Akteure - ohne jene Qualitätsmerkmale, die eine tatsächliche Mannschaft auszeichnen.

Beileibe nicht zum ersten Mal lag die Ausstrahlung der "Wölfe" in Bremen irgendwo zwischen Ignoranz und Arroganz. Vier Tage zuvor hatte man sich noch für ein ehrenvolles Aus im Champions-League-Viertelfinale bei Real Madrid zum Teil selbst auf die Schulter geklopft, doch im Bundesliga-Alltag ist von Profi-Ehre nichts mehr zu sehen. Für den Klub bot sich angesichts des Restprogramms sowie der Niederlagen von Gladbach und Schalke die Riesenchance auf einen fulminanten Endspurt in Richtung Europa League. Das wäre ein versöhnlicher und Mut machender Schlusspunkt unter eine durchwachsene Spielzeit in generell schwierigen Zeiten der VW-Krise (gewesen).

Doch sind solche Aspekte für die Akteure auf dem Rasen offenbar keine ausreichende Motivation. Im Weserstadion kämpfte nur ein Team, das der Gastgeber. Wolfsburg dagegen scheint die Saison auslaufen zu lassen und das Minimalziel teilnahmslos zu verspielen. Wird dieser Eindruck in den verbleibenden vier Partien nicht doch noch glaubwürdig revidiert (sofern das überhaupt noch möglich ist!), schreit die erschreckende Zustandsbeschreibung nach grundlegenden Veränderungen im Sommer.

In Bremen soll es diese bekanntlich auf der Trainerposition geben, unabhängig vom etwaigen Klassenerhalt und trotz der aktuell positiven Momentaufnahme. Die bestätigt Manager Thomas Eichin und die übrigen Verantwortlichen aber immerhin schon mal in ihrem vorläufigen Festhalten an Skripnik. Ganz anders als beim Gegner Wolfsburg belegten Einstellung und Geschlossenheit, dass Spieler und Trainer zumindest weiterhin in dieselbe Richtung arbeiten. Ein Befreiungsschlag für die Grün-Weißen war der hochverdiente Erfolg dennoch bei weitem nicht. Von einem "Pflichtsieg" spricht Eichin zu Recht aufgrund der parallelen Erfolge von Augsburg, Hoffenheim und Darmstadt. Bei einer weiteren Niederlage wäre der Kontakt zu Platz 15 bereits abgerissen.

So bleibt Werder dran und verschafft sich zugleich ein Polster auf den direkten Abstiegsrang. Den behält Eintracht Frankfurt mit nun vier Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz. Bedeutet das 0:3 in Leverkusen also schon den Abstieg für die Hessen? Dafür spricht aktuell vieles. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Frankfurt in den vergangenen neun Spielen ganze zwei Treffer gelangen, beim 1:1 gegen Ingolstadt und dem 1:0 gegen Schlusslicht Hannover.

Jedenfalls macht diese Konstellation die Eintracht zur einzigen Mannschaft, die tatsächlich noch um Platz 16 kämpft. Alle übrigen Kellerkinder (mit Ausnahme von 96) liefern sich ein Rennen mit dem Ziel, der Relegation zu entgehen. Vor ihren Sonntagsspielen beim BVB bzw. in Mainz sind plötzlich auch die vermeintlich schon geretteten Hamburger und Kölner wieder mittendrin. Die Liga darf sich auf ein atemberaubendes Foto-Finish freuen.

Quelle: Kicker online
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Interview Roy Präger

Beitragvon Schmidt » 28.04.2016, 17:53

Deine Helden von damals: Roy Präger
Roy Präger hat in seiner aktiven Karriere eine Menge erlebt. Für Stahl Brandenburg hat er noch in der DDR-Oberliga gespielt, anschließend spielte er in der Kölner Südstadt bei Fortuna. Von dort aus wechselte der heute 45-Jährige zum VfL Wolfsburg, dann zum Hamburger SV und wieder zurück nach Niedersachsen.
Bei den “Wölfen” fühlt er sich auch heute noch heimisch. Der ehemalige Stürmer arbeitet mittlerweile im Nachwuchsleistungszentrum des VfL. Was dort seine Aufgaben sind, wie er Wolfsburgs Chancen auf das Halbfinale in der Champions League einschätzt und was er zu den Fällen Kruse und Bendtner sagt, das erfahrt Ihr im ausführlichen Interview für unsere Rubrik “Deine Helden von damals”.

Roy Präger, nachdem Sie bei Stahl Brandenburg noch in der DDR-Oberliga Ihre Profi-Karriere begonnen haben, ging es für Sie 1992 zu Fortuna Köln. Warum haben Sie sich damals für diesen Schritt entschieden?
Roy Präger: “Wir sind mit Stahl Brandenburg damals aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Durch meine Leistungen sind andere Vereine auf mich aufmerksam geworden, unter anderem eben Fortuna Köln. Der damalige Trainer Gerd Roggensack hat mich angerufen und gefragt, ob ich Lust hätte, dorthin zu kommen.
Ein paar Wochen später bin ich nach Köln gefahren und habe in meinem jugendlichen Leichtsinn den Vertrag direkt unterschrieben. Aber im Endeffekt habe ich damit alles richtig gemacht, schließlich hatte Fortuna ja damals auch einen guten Ruf.”

Der Verein ist zwischenzeitlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, spielt aber mittlerweile wieder in der 3. Liga. Was sagen Sie zur aktuellen Entwicklung?
Präger: “Die Verantwortlichen in der Südstadt machen einen guten Job. Ich hoffe, dass sie sich in den nächsten Jahren stetig verbessern, damit sie zumindest wieder in der 2. Liga landen.”

Von Köln aus sind Sie nach Wolfsburg gewechselt. Damals war der VfL nicht mehr als eine “graue Maus”, heute ist der internationale Wettbewerb der Mindestanspruch. Kann der Klub auf Dauer ein Konkurrent für den FC Bayern und den BVB in Sachen Meisterschaft werden?
Präger: “Das Potential dafür ist auf jeden Fall vorhanden, das haben wir ja in der vergangenen Saison auch schon bewiesen.
In diesem Jahr haben wir mal wieder eine Phase, wo es nicht so gut läuft. Trotzdem bin ich sicher, dass die Entwicklung in den nächsten Jahren so weitergeht und wir beständig um die vorderen Ränge mitspielen können.”

Hat die aktuelle Schwächephase in der Liga vielleicht auch etwas mit den Nebenkriegsschauplätzen rund um Max Kruse und Nicklas Bendtner zu tun?
Präger: “Das weiß ich nicht, dafür bin ich nicht nahe genug an der Truppe dran. Aber ich weiß aus meiner eigenen Zeit als Spieler, wie so eine Mannschaft tickt. Und wenn es von der Gruppendynamik her nicht stimmt, dann ist es schwierig, die Leistung auf den Platz zu bringen.”

Im Viertelfinale der Champions League kämpft der VfL nach dem 2:0-Hinspielsieg gegen Real Madrid um die Sensation. Ist die möglich?
Präger: “Wir müssen einfach versuchen, dagegen zu halten. Nur so haben wir vielleicht die Möglichkeit, weiterzukommen. Aber Real ist natürlich eine Top-Mannschaft, deswegen muss jeder an seine Grenze gehen und spielerisch wie kämpferisch alles aufbieten.”

Sie haben selbst in der Champions League gespielt, nachdem Sie vom VfL Wolfsburg zum HSV gewechselt sind. War das damals der logische Schritt?
Präger: “Auf jeden Fall, es war ein Mega-Schritt für meine persönliche Entwicklung. Wir sind in der ersten Saison Dritter geworden, durften deshalb in der Champions League spielen. Das hätte zu der Zeit damals mit dem VfL wohl nicht geklappt, da der Verein einfach noch nicht so weit war. Deswegen war es im Nachhinein eine wirklich gute Entscheidung.”

Glauben Sie, dass der Hamburger SV im Abstiegskampf doch noch in Schwierigkeiten kommt?
Präger: “Nein. Die hatten zwar eine Durststrecke, aber in Hannover (3:0, Anm. d. Red.) hat die Mannschaft – zumindest in der 2. Halbzeit – ein wirklich gutes Spiel gemacht. Wichtig ist, dass sie jetzt den Verein wieder von Grund auf neu ordnen, damit sie kontinuierlich nach oben kommen.”

Sie sind später noch einmal zurück zum VfL gegangen. Ihre Karriere haben Sie dann aber in der Bezirksliga Wolfsburg beim TSV Hehlingen ausklingen lassen. Was hat Sie am Amateur-Fußball gereizt?
Präger: “Ich wollte damals einfach weiterspielen, um fit zu bleiben. Da kam der Trainer auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich für meinen Heimatort spielen möchte. Das war für mich einfach eine schöne Sache, nachdem ich so viel herumgereist bin und in den großen Stadien Europas gespielt habe.
Ich spiele übrigens immer noch beim TSV, bei den Alten Herren. Da versuche ich immer noch jeden Sonntag, für die Jungs die Kohlen aus dem Feuer zu holen. (lacht) Im Ernst: Das macht schon Spaß. Wir spielen zweimal 35 Minuten, da verbringt man einen schönen Vormittag und bewegt sich nebenbei noch ein bisschen. Deswegen passt das für mich alles ganz gut.”

Hauptberuflich sind Sie aber in der Fußballschule des VfL Wolfsburg angestellt. Was sind Ihre genauen Aufgaben dort?
Präger: “Wir haben die Fußballschule, mit der wir Trainingscamps in der Region organisieren und durchführen, vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Ich leite die ganzen organisatorischen Dinge und die Trainingscamps vor Ort. Wir sind sehr stolz darauf, was wir hier in den vergangenen Jahren aufgebaut haben und mir macht es unheimlich viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten.”

Schon einen neuen Torjäger à la Roy Präger entdeckt?
Präger: “Es gibt so viele Talente in Wolfsburg und Umgebung. Aber der Weg nach oben ist natürlich relativ steinig und mit viel Disziplin verbunden.”

Welchen Tipp geben Sie den Talenten mit auf den Weg?
Präger: “Die jungen Spieler müssen den Ehrgeiz entwickeln, nach oben zu kommen. Dabei dürfen sie sich nicht von Niederlagen abschrecken lassen, sondern immer weiterarbeiten. Es ist aber auch immer wichtig zu wissen, wo man herkommt.”

Quelle: wettmaxx.com
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Bericht über Roy Präger

Beitragvon Schmidt » 17.07.2016, 13:00

Ob aus den ersten Profijahren bei Stahl Brandenburg und Fortuna Köln, seiner Zeit beim VfL Wolfsburg oder beim Hamburger SV – noch heute besitzt Roy Präger mehr als 100 getragene und getauschte Trikots. Im Trikot-Flashback verrät der heutige Mitarbeiter der Fußballschule des VfL Wolfsburg, welche Jerseys zu seinen persönlichen Highlights zählen und vor allem welche Erinnerungen er damit verbindet. Ein Rückblick auf die Karriere eines Stürmers, dessen Laufbahn in der DDR-Oberliga begann.

Der Schlüssel zum Erfolg: Geschlossenheit und eine klare Hierarchie
6 Spiele, 9:3 Punkte – so lautete die Bilanz des BSV Stahl Brandenburg in der Aufstiegsrundengruppe Nordost A. Als Tabellenerster qualifizierte sich die Mannschaft, in dessen Kader mit Steffen Freund ein späterer Europameister und mit Timo Lange, Christian Beeck sowie dem erst 19-jährigen Roy Präger weitere große Talente standen, für die 2. Bundesliga. „Der Aufstieg mit Stahl Brandenburg“, erinnert sich Präger, „war ein Riesenerfolg für mich.“ Präger selbst hatte seinen Anteil daran. In der letzten DDR-Oberligaspielzeit 1990 / 1991, die die Brandenburger als Tabellenachter abschlossen, kam der Nachwuchsstürmer zwar nur zu drei Einsätzen, doch in der folgenden Aufstiegsrunde spielte er häufiger. „Gegen den 1. FC Union lief ich das erste Mal von Beginn an auf und erzielte das 2:0.“ Dass es mit der Qualifikation vor den Konkurrenten des FC Berlin, der Unioner und dem 1. FC Magdeburg klappte, sei vor allem ein Resultat der mannschaftlichen Geschlossenheit und klaren Hierarchie im Kader gewesen. „Als junger Spieler musstest du dich erstmal hocharbeiten und Bälle tragen“, betont der 44-Jährige. Auch außerhalb des Platzes waren die Rollen klar verteilt. „Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich tagelang auf einen Massage-Termin wartete. Als ich endlich lag, kam Uwe Schulz in den Raum.“ Der Blick des damals 30 Jahre alten Mittelfeldspielers reichte, „um zu merken, dass meine Zeit abgelaufen war.“ Prägers Reaktion: „Alles klar Uwe, du kannst!´“

Zwar verpassten die Brandenburger in der folgenden Saison 1991 / 1992 den Klassenerhalt, doch Präger blieb der 2. Bundesliga erhalten. Der gebürtige Zossener wechselte zu Fortuna Köln. „Sowohl persönlich als auch sportlich war das für mich die richtige Entscheidung.“ Auch, wenn es nicht immer zufriedenstellend lief. „Irgendwann habe ich mir selbst den Spitznamen Chancentod gegeben! Zum Glück konnte ich ihn später wieder ablegen.“ Nach drei Jahren wechselte Präger zur Saison 95 / 96 zum aufstrebenden Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg, der 1995 sensationell das DFB-Pokalfinale erreichte und deren damaliger Trainer Gerd Roggensack Präger schon aus dessen erster Spielzeit bei der Fortuna kannte. Der Beginn einer für beide Seiten großen Erfolgsgeschichte.

„Der Aufstieg war der Grundstein für den Aufbau des VfL Wolfsburg!“
„Allerdings“, erinnert sich Präger, „war das erste Jahr nach dem DFB-Pokalfinaleinzug sehr schwierig. Die neu zusammengewürfelte Mannschaft musste sich erst finden!“ Entsprechend ernüchternd verlief die Hinrunde mit mageren 16 Punkten. „Als wir kurz nach Rückrundenbeginn auch noch mit 0:2 gegen Fortuna Köln verloren, wurde Tacheles geredet. Und danach lief es!“ Wolfsburg rettete sich, beendete die Spielzeit auf dem 12. Tabellenplatz und sorgte ein Jahr später für die Überraschung in der 2. Bundesliga.

Zwei seiner acht Saisontore 1996 / 1997 gelangen ihm im dramatischen Aufstiegsspiel gegen den Aufstiegskonkurrenten FSV Mainz 05 am 34. Spieltag. „Uns reichte ein Unentschieden, Mainz musste gewinnen!“ Nach dem 0:1 der FSVer brachte Präger seine Elf mit einem Doppelpack zurück in die Erfolgsspur. Detlev Dammeier erhöhte noch vor der Pause auf 3:1 per Strafstoß, zuvor wurde Präger von seinem überforderten Gegenspieler Herzberger im Strafraum zu Fall gebracht. Wer von den 15.300 Zuschauern im Stadion am Elsterweg nun davon ausging, dass die Partie entschieden wäre, der irrte. Mainz kämpfte sich zurück ins Spiel. Jürgen Klopp und Abderrahim Ouakili glichen nach der Pause trotz Unterzahl - Herzberger sah vor der Pause bereits Gelb-Rot - zum zwischenzeitlichen 3:3 aus. Doch die Wölfe antworteten. „Wir zeigten an diesem Tag einfach mehr Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen“, so Präger, der auch am 4:3 beteiligt war. FSV-Keeper Dimo Wache senste den überragenden VfL-Akteur im Strafraum um. Erneut traf Dammeier per Strafstoß. Als Sven Ratke wenige Minuten später auch noch auf 5:3 erhöhte, war der Aufstieg besiegelt. Daran änderte auch der Anschlusstreffer von Demandt nichts mehr. Als Tabellenzweiter hinter dem 1. FC Kaiserslautern stiegen die Niedersachsen in die Bundesliga auf. „Für viele Spieler war die 1. Liga ein Traum, der in Erfüllung ging. Gleichzeitig war der Aufstieg der Grundstein für den Aufbau des VfL Wolfsburg in den folgenden Jahren", betont Präger, der auch in der Folgesaison zu den Stützen seiner Mannschaft zählte.

„Lautern feierte die Meisterschaft, wir den Klassenerhalt!“
Gleich im ersten Duell in Rostock erzielte er in der 90. Minute den Siegtreffer. "Ich habe gesehen, dass Perry Bräutigam zu weit rausgekommen war. Dieser Sieg gleich zu Beginn, er war ungemein wichtig für unser Selbstbewusstsein!"
Die Wölfe schafften den Klassenerhalt, wenn auch erst am vorletzten Spieltag und trotz einer 0:4-Niederlage in Kaiserslautern. "Unser Abstiegskonkurrent Köln verlor zeitgleich in Bielefeld. Die Stimmung nach dem Abpfiff auf dem Betzenberg war unfassbar. Lautern feierte als Aufsteiger den Gewinn der Meisterschaft, wir den Klassenerhalt! Eine Mega-Party“, schwärmt Präger noch heute.
1999 folgte die Krönung seiner Zeit beim VfL. Die Niedersachsen qualifizierten sich als Tabellensechster für den UEFA-Cup. Abermals zählte Präger zu den Leistungsträgern. Und er weckte das Interesse weiterer Clubs. Darunter: der Hamburger SV. „Früher habe ich die Spiele des HSV nur im DDR-Fernsehen sehen können, ich musste nicht lange überlegen. Es war eine einmalige Chance für mich“. Prägers erster Klub, mit dem er sich auch international beweisen konnte.

„Vom Zusammenhalt her war die Mannschaft vergleichbar mit der des VfL Wolfsburg. Und wir hatten starke Kicker in den eigenen Reihen. Etwa Rodolfo Cardoso, von dessen Pässen ich häufiger profitierte!“ Zum Beispiel im September 2000 im Duell gegen Hertha BSC. „Gegen Hertha spielte ich immer gerne. Die BSC-Fans mochten mich nie und brachten das auch häufiger zum Ausdruck. Aber nicht mit Roy Präger!“
Erfolgreich ging es weiter. Angeführt von ihrem Kapitän Martin Groth qualifizierten sich die Hanseaten für die Champions League. Es folgten legendäre Begegnungen: In der CL-Vorrundengruppe traf die Elf von Trainer Frank Pagelsdorf auf Deportivo La Coruna, Juventus Turin und Panathinaikos Athen. Besonders das Rückspiel gegen Juve ist Präger, der im Hinspiel beim legendären 4:4 in Hamburg in der 67. Minute eingewechselt worden ist, in Erinnerung geblieben. „Wir mussten gewinnen, um die Chance auf den Verbleib im Europapokal zu wahren. Als wir das Delle Alpi vor dem Spiel betraten und die Juve-Stars Zidane, Trezeguet, Pessotto oder del Piero in ihren maßgeschneiderten Anzügen den Rasen begutachteten, war uns klar: Heute geben wir richtig Gas!“ Dem haushohen Favoriten schmeckte das gar nicht. Edgar Davids und Zinedine Zidane flogen noch im ersten Durchgang vom Platz. „Jochen Kientz hatte Zidane an die Kette gelegt. Zidane revanchierte sich mit einer Kopfnuss“, schmunzelt Präger, der mit seinem Tor zum 1:0 den Grundstein für den späteren 3:1-Sieg legte.

Der HSV zog als Tabellendritter in den Europa-Cup ein, blieb indes gegen den AS Rom (0:3, 0:1) chancenlos. „Zu Hause gegen den AS Rom durfte ich mich gegen Cáfu versuchen. Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich an meine fußballerischen Grenzen gestoßen bin. Noch nach der Halbzeitpause war mir schwindelig.“ Das Trikot des brasilianischen Weltklasse-Verteidigers ergatterte Präger trotzdem:
Die Spiele auf internationaler Bühne – sie zählten mit zu den Höhepunkten der Karriere des Brandenburgers, der nach drei erfolgreichen Jahren beim HSV zum VfL Wolfsburg zurückkehrte. „Zwar wurde ich unter Gerets und Röber meist als Notnagel eingesetzt, aber nichtsdestotrotz war es der richtige Schritt“, bilanziert Präger. 2005, nach 173 Erstligapartien und 42 Erstligatoren beendete er seine Karriere.

Dem VfL Wolfsburg ist er treu geblieben. „Seit fünf Jahren bauen wir die Fussballschule des VfL Wolfsburg auf und aus. Wir bieten Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren Fußballtraining unter professionellen Bedingungen an. Beispielsweise in den regional ansässigen Trainingscamps.“ Auf der VfL-Homepage ist zu lesen, dass neben den fußballerischen Grundlagen auch wichtige Werte wie Teamgeist und Fairness geschult werden. Natürlich verrät Präger dem Nachwuchs dabei auch die ein oder andere Geschichte aus seiner 15-jährigen Profizeit. „Die Anekdote aus meiner Zeit bei Stahl Brandenburg mit der Massagebank und Uwe Schulz kommt immer gut!“

Quelle: vergissmeintrikot.net
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Rezension 5UND40

Beitragvon Fanfotos Wolfsburg » 26.07.2016, 22:27

Aktuelle Rezension aus Leipziger Reihen zum 5UND40 Magazin Nummer 3. Danke dafür!

Als letztes Gimmick, sozusagen, wurde vor dem Umzug noch das aktuelle 5UND40 Magazin aus der Fanszene des VfL Wolfsburg eingepackt. So dass mir jetzt nicht nur die Gelegenheit gegeben wird zu Rezensieren sondern auch ein bisschen in Erinnerung an die Wolfsburger Zeit zu schwelgen.

dritte Ausgabe des Hochglanzwerkes beschäftigt sich diesmal auf 120 farbigen Seiten, mit der traurigen Geschichte um den Tod von Junior Malanda. Weiterhin packen die 8 Autoren mit Groundhopping ein weiteres interessantes Thema in das Heft. Wie bereits die beiden Vorgängerausgaben kann das Heft erneut mit starken und aussagekräftigen Bildern aus der Fanfotos.net Redaktion punkten.

Inhaltlich fällt jedoch zunächst die deutliche textliche Verbesserung zum Vergleich zu den ersten beiden Ausgaben auf. Wurde in der letzten Rezension noch die übertriebene Anzahl an Bildern bemängelt, so kann diese Ausgabe mit deutlich mehr Texten aufwarten. Zwar hält sich Bild und Text noch nicht die Waage, aber insbesondere die Qualität der Texte lässt dieses Manko verschmerzen. Das Titelthema um Junior Malanda ist hochgradig gut aufgearbeitet und stellt zunächst Juniors Werdegang und explizit seine Zeit beim VfL Wolfsburg hervor, ehe man auf die Geschehnisse nach seinem Tod eingeht und die Entstehung dieser einmaligen Choreo, an welcher auch die Mannschaft mitarbeitete, beschreibt. Absolut Lesenswert und mit 19 Seiten auch sehr ausdrucksstark.
Auch die folgende Vorstellung des neuen VfL-Center vermittelt Lesespaß. Das Thema Groundhopping wird zunächst gut beschrieben, ehe man dann ein Interview mit den Machern des Hajopeis, welcher ja auch aus der Wolfsburger Szene kommt und ein reines Hoppingzine darstellt, geboten bekommt. Zwar Teile ich die Kategorisierung der beiden, was die unterschiedlichen Arten von Groundhopping anbelangt, nicht ganz, lesenswert bleibt es aber dennoch. Als weiterer Höhepunkt kann dann eine poetischer Text von Jessy James angesehen werden, welcher sich mit der Liebe zum VfL Wolfsburg befasst. Zusätzlich gibt es wie gewohnt die Bücherecke, die Fanclubvorstellung und eine Vorstellung von Fanfotos.net.

Wiedereinmal gelingt den Autoren ein absolutes Hochglanzwerk, wo ich mir nach wie vor nicht sicher bin ob es etwas weniger professionell nicht charmanter wäre. Dennoch handelt es sich um eine absolut lesenswerte Ausgabe, deren Steigerung zu den Vorgängern klar erkennbar ist und die für VfL-Fans ein absolutes Muss ist. Aber auch für außenstehende Fanzineleser wird die Ausgabe durch das Groundhoppinginterview durchaus interessant. Was dem Heft meiner Meinung nach aber noch gut tun würde, ist ein bisschen das Eingehen auf die Spiele des VfL, gerade auch weil es zur Zeit das einzig nennenswerte Fanzine über den VfL ist. Dennoch macht man als VfL-Fan mit dem Kauf alles richtig!

Heft: 5UND40 Ausgabe 3
Seiten: 120 DIN A5 (vollfarbig)
Preis: 3,00 Euro
Auflage: nicht bekannt
Kontakt: magazin@supporters-wolfsburg.de


https://hoellenreiter.wordpress.com/
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Fehlende Identität?

Beitragvon Schmidt » 27.07.2016, 21:55

Hier ein Webfund von Eurosport. Was haltet ihr von den Ansichten des Autors?

Der VfL Wolfsburg steht vor dem Ausverkauf und weckt Erinnerungen an das Meisterteam von 2009, das in Rekordzeit zerbrach. Kevin De Bruyne, Naldo und Ivan Perisic sind schon weg, Ricardo Rodriguez und André Schürrle werden folgen.
Der Klub aus der Autostadt kämpft mit Imageproblemen, dem Ausbleiben von Fans und hat keine eigene DNA. In naher Zukunft ist keine Besserung in Sicht.
Kevin De Bruyne zaubert künftig unter Pep Guardiola, EM-Star Ivan Perisic hat angeblich das Interesse des FC Barcelona geweckt, Naldo hat sich dem FC Schalke 04 angeschlossen.
Luiz Gustavo soll mit Geld aus China zugeschüttet werden, Ricardo Rodriguez träumt von Real Madrid und André Schürrle wird wohl noch in dieser Woche bei Borussia Dortmund unterschreiben.
Sie alle wurden 2015 noch Vizemeister und Pokalsieger mit dem VfL Wolfsburg. Ein gutes Jahr später droht den Niedersachen der sportliche Kollaps - nicht zum ersten Mal.

Parallelen zur Meistersaison 2009
Am 6. Mai, noch vor dem Gewinn der Meisterschaft 2009 hatte Erfolgscoach Felix Magath seinen Wechsel zum FC Schalke 04 verkündet. Seine kurzfristigen Ziele hatte er erreicht. Alt werden in der Autostadt? Stand nie zur Debatte.
Eine durchwachsene Saison später verließen Edin Dzeko, Zvejzdan Misimovic und Andrea Barzagli den Klub, das Meisterteam war spätestens zu diesem Zeitpunkt gesprengt.

Jahre zwischen Mittelmaß und Abstieg
Es folgten trotz namhafter und teurer Zugänge wie Diego, Mario Mandzukic, Arne Friedrich oder Naldo Jahre zwsichen Mittelfeld und Abstiegskampf.
Über 100 Transfers wurden in den vier Spielzeiten nach dem Titelgewinn abgewickelt. Vermeintliche Stars, die entweder über ihren Zenit hinaus oder kurz davor sind, kommen gern nach Wolfsburg und werden fürstlich entlohnt.
Sie sind bei einem entsprechenden Angebot aber auch schneller wieder weg, als im VW-Werk nebenan ein Golf vom Band rollt. Identitätsbildung: Fehlanzeige.

Mannschaft im Umbruch
Seit Dezember 2012 hat Klaus Allofs das Ruder übernommen. Er führte den VfL als Geschäftsführer gemeinsam mit Trainer Dieter Hecking zurück an die Spitze, steht nun aber vor einem ähnlichen Problem wie vor sieben Jahren.
Mehrere Leistungsträger sind bereits weg oder stehen vor dem Absprung, Wunschspieler wie Sebastian Rode (BVB) oder Kevin Volland (Leverkusen) haben den Wölfen einen Korb gegeben.

Keine Identität, keine eigene DNA
Die Stadt Wolfsburg zählt nicht unbedingt zu den schönsten Deutschlands. Berliner Großstadt-Flair, Kölner Vielfalt oder Münchner Gemütlichkeit sucht man dort vergeblich.
Spielern und Fans schwer fällt es schwer, sich mit dem Klub zu identifizieren. Eigene Werte, die die Wölfe-DNA bilden, existieren nicht. Keine echte Liebe, kein Mia san Mia.

Kaum Unterstützung der Fans
Selbst vergangene Saison in der Champions League war das Stadion lediglich im Viertelfinale gegen Real Madrid ausverkauft.
Ein sichtlich enttäuschter Klaus Allofs sagte nach dem ersten Heimspiel gegen ZSKA Moskau. "Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erst mal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind."
Statt wie auf Schalke von über 50.000 stimmgewaltigen Fans angepeitscht zu werden, musste Julian Draxler um jeden noch so kleinen Applaus der zersprengten grünen Menge kämpfen.
Ob er sich in diesem Moment gewünscht hat, dass er sich anders entschieden hätte?

Bleibt Draxler oder nicht?
Aktuell sieht es nicht danach aus, als könne das Umfeld in Wolfsburg jemals mit der wirtschaftlichen Kaufkraft des Klubs mithalten.
Auch um Draxler gibt es bereits wieder Wechselgerüchte. Unter anderem soll der FC Arsenal großes Interesse an ihm signalisiert haben.
Allofs hat jedoch vehement betont, dass es für den Nationalspieler keine Schmerzgrenze gebe. Die jüngste Vergangenheit (Kevin De Brunye) hat gezeigt, dass das am Ende aber nichts heißen muss.

Racala45
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Re: Fehlende Identität?

Beitragvon Racala45 » 28.07.2016, 12:12

Parallelen zur Meistersaison 2009
Am 6. Mai, noch vor dem Gewinn der Meisterschaft 2009 hatte Erfolgscoach Felix Magath seinen Wechsel zum FC Schalke 04 verkündet. Seine kurzfristigen Ziele hatte er erreicht. Alt werden in der Autostadt? Stand nie zur Debatte.
Eine durchwachsene Saison später verließen Edin Dzeko, Zvejzdan Misimovic und Andrea Barzagli den Klub, das Meisterteam war spätestens zu diesem Zeitpunkt gesprengt.


Richtig.

Jahre zwischen Mittelmaß und Abstieg
Es folgten trotz namhafter und teurer Zugänge wie Diego, Mario Mandzukic, Arne Friedrich oder Naldo Jahre zwsichen Mittelfeld und Abstiegskampf.
Über 100 Transfers wurden in den vier Spielzeiten nach dem Titelgewinn abgewickelt. Vermeintliche Stars, die entweder über ihren Zenit hinaus oder kurz davor sind, kommen gern nach Wolfsburg und werden fürstlich entlohnt.
Sie sind bei einem entsprechenden Angebot aber auch schneller wieder weg, als im VW-Werk nebenan ein Golf vom Band rollt. Identitätsbildung: Fehlanzeige.


Dass vermeintliche Stars gerne nach Wolfsburg kommen, aber dann häufig nicht lange bleiben stimmt wohl. Allerdings ist die Auflistung von Mario Mandzukic als teurer und namhafter Zugang meiner Meinung nach falsch. Wolfsburg war seine erste größere Station, erst hier hat er sich seinen Namen gemacht. Deshalb passt es meiner Meinung nach nicht ihn zusammen mit Naldo, Diego und Friedrich aufzulisten.

Mannschaft im Umbruch
Seit Dezember 2012 hat Klaus Allofs das Ruder übernommen. Er führte den VfL als Geschäftsführer gemeinsam mit Trainer Dieter Hecking zurück an die Spitze, steht nun aber vor einem ähnlichen Problem wie vor sieben Jahren.
Mehrere Leistungsträger sind bereits weg oder stehen vor dem Absprung, Wunschspieler wie Sebastian Rode (BVB) oder Kevin Volland (Leverkusen) haben den Wölfen einen Korb gegeben.


Grundsätzlich richtig. Allerdings stellt sich für mich die Frage, ob nicht zumindest Sebastian Rode auch einer dieser vermeintlichen Stars wäre, deren Verpflichtungen im vorigen Absatz kritisiert wurden. Schließlich wäre er von den Bayern nach Wolfsburg gekommen, weil er sich dort nicht durchsetzen konnte. In Wolfsburg hätte er wahrscheinlich wieder mehr Einsatzzeiten bekommen und sich wieder von neuem in den Fokus von größeren Vereinen gespielt. Bei entsprechenden Angeboten wäre auch er wahrscheinlich schnell wieder weg gewesen. Ich glaube zumindest nicht, dass das Ziel eines 25-Jährigen, der mal bei den Bayern gespielt hat, ist, lange in Wolfsburg zu bleiben. Für ihn wäre Wolfsburg vermutlich nur ein Umweg zu einem anderen größeren europäischen Verein gewesen. Für mich ein Widerspruch, der sich allerdings im Moment in vielen Artikeln wiederfindet. Einerseits werden die Verpflichtungen von Andre Schürrle oder Luiz Gustavo kritisiert, weil man diese Spieler nicht lange halten kann und die Transfers deshalb nicht nachhaltig sind, andererseits wird aber auch kritisiert, dass Wolfsburg diesen Sommer noch keinen wirklich großen Namen verpflichtet hat.

Keine Identität, keine eigene DNA
Die Stadt Wolfsburg zählt nicht unbedingt zu den schönsten Deutschlands. Berliner Großstadt-Flair, Kölner Vielfalt oder Münchner Gemütlichkeit sucht man dort vergeblich.
Spielern und Fans schwer fällt es schwer, sich mit dem Klub zu identifizieren. Eigene Werte, die die Wölfe-DNA bilden, existieren nicht. Keine echte Liebe, kein Mia san Mia.


Kein fairer Vergleich, Wolfsburg mit München, Köln und Berlin zu vergleichen. Ob Wolfsburg nun eine schöne oder hässliche Stadt lassen wir mal dahingestellt. Fakt ist aber auch, dass auch eine Stadt wie zum Beispiel Gelsenkirchen "nicht unbedingt zu den schönsten Deutschlands" gehört. Deshalb fraglich inwiefern die Schönheit der Stadt heutzutage noch eine Rolle bei der Vereinswahl spielt.
Dass es Fans schwerfällt sich mit dem Klub zu identifizieren stimmt sicherlich teilweise. Allerdings bleibt der Autor sehr oberflächlich. Ich glaube schon, dass eigene Werte vorhanden sind, nur wird mit diesen nicht gut umgegangen. Der Spiegel Artikel dazu, der im Herbst die Runde machte, listet ein paar Punkte auf.

Kaum Unterstützung der Fans
Selbst vergangene Saison in der Champions League war das Stadion lediglich im Viertelfinale gegen Real Madrid ausverkauft.
Ein sichtlich enttäuschter Klaus Allofs sagte nach dem ersten Heimspiel gegen ZSKA Moskau. "Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erst mal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind."
Statt wie auf Schalke von über 50.000 stimmgewaltigen Fans angepeitscht zu werden, musste Julian Draxler um jeden noch so kleinen Applaus der zersprengten grünen Menge kämpfen.
Ob er sich in diesem Moment gewünscht hat, dass er sich anders entschieden hätte?


Dass die Stadionauslastung in der Liga bei über 90% liegt wird wieder einmal weggelassen.
Der Vergleich mit den Schalker Fans ist unpassend. Gerade die Schalker Fans sind durchaus sehr kritisch und nicht das beste Beispiel für bedingungslose Unterstützung. Hier ein Artikel zur Stimmung bei Draxlers letztem Heimspiel für Schalke.

http://www.t-online.de/sport/fussball/b ... etend.html

Solche Szenen gab es bei uns am letzten Spieltag nicht, obwohl noch nicht mal das Minimalziel Europa-League erreicht wurde.

Bleibt Draxler oder nicht?
Aktuell sieht es nicht danach aus, als könne das Umfeld in Wolfsburg jemals mit der wirtschaftlichen Kaufkraft des Klubs mithalten.
Auch um Draxler gibt es bereits wieder Wechselgerüchte. Unter anderem soll der FC Arsenal großes Interesse an ihm signalisiert haben.
Allofs hat jedoch vehement betont, dass es für den Nationalspieler keine Schmerzgrenze gebe. Die jüngste Vergangenheit (Kevin De Brunye) hat gezeigt, dass das am Ende aber nichts heißen muss.


Dass das Umfeld in Wolfsburg niemals mit der wirtschaftlichen Kaufkraft mithalten könnte, halte ich für übertrieben. Allerdings ist der Weg dahin wesentlich länger als von manchen geglaubt/gehofft.
Ansonsten richtig.
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The Falcon
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Re: Der VfL in den Medien

Beitragvon The Falcon » 28.07.2016, 19:12

Ich finde das es ein schlechter Beitrag ist. Der Beitrag erinnert mich an denn damaligen rtl bericht "10 Gründe warum Magath nach Schalke wechseln", der war genau so sinnlos.
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Re: Der VfL in den Medien

Beitragvon Schmidt » 22.11.2016, 21:23

Wolfsburg: Korrekturkurs im Krisengebiet

Krisengebiet Wolfsburg: Der Autokonzern Volkswagen kämpft mit den Folgen des Abgasskandals, und auch Konzerntochter VfL steckt seit einem Jahr tief im sportlichen Schlamassel. Das bleibt nicht folgenlos.
Nach kicker-Informationen gibt es ernsthafte Gedanken beim Eigner über eine Kurskorrektur für seinen Fußballklub. Die Umsetzung ist nur eine Frage der Zeit.
Kein Jahr ohne Top-Star. Luiz Gustavo, Kevin De Bruyne, André Schürrle, Julian Draxler, Mario Gomez. Sie alle wechselten nach Wolfsburg. Angelockt von der Perspektive Champions League und dem dicken Geld.
Millioneninvestitionen, die sich für Eigner Volkswagen nur dann rechtfertigen lassen, wenn der sportliche Erfolg vorhanden ist. Doch der bleibt nun schon im zweiten Jahr in Folge aus.
Der VfL ist in der Bundesliga auf Platz 14 abgestürzt, die Realität heißt Abstiegskampf statt Königsklasse.
Und das wird nach kicker-Informationen Folgen haben. Die bisherigen jährlichen Zuwendungen von rund 100 Millionen Euro werden runtergefahren. Und damit auch die sportlichen Ziele. Die Zeit der großen Stars in der Arbeiterstadt wäre dann vorbei. Das Ziel lautet: Stars entwickeln statt Stars kaufen. Den Nachwuchs fördern. Noch ist die interne Ansage nicht erfolgt, es zweifelt aber kaum noch jemand an der Umsetzung.

Auch Geschäftsführer Klaus Allofs stellte am Sonntag im Sport1-Doppelpass die finanzielle Unterstützung von Volkswagen bereits infrage. "Wenn man Champions League spielen möchte, muss man eine gewisse Summe einsetzen", sagte er und unterstrich: Diese Entscheidung müsse getroffen werden. Von Volkswagen. Angesichts von 23.000 Arbeitsplätzen, die der Autobauer im Rahmen seines "Zukunftspakts" bis 2025 in Deutschland abbauen will, lassen sich nicht mehr problemlos Millionen im Fußball versenken. Der sportliche Niedergang des VfL ist eine Steilvorlage zum Strategiewechsel. Wolfsburg wäre ohne die ganz große VW-Unterstützung nur noch ein "ganz normaler" Bundesliga-Klub. Wenn überhaupt.

Quelle: Kicker
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Stellungnahme Supporters - TAZ 150218

Beitragvon Supporters Wolfsburg » 19.02.2018, 17:46

Stellungnahme - TAZ "Gurke des Tages" vom 15.02.2018

Der Supporters Wolfsburg e.V. verurteilt die Art und Weise, mit der die TAZ in ihrer "Gurke des Tages" am 15.02.2018 den Verein VfL Wolfsburg, seine Fans und die Bürger der Stadt Wolfsburg in Verruf bringt.

Wird sind überrascht, dass eine Zeitung, die gerne eine Alternative links vom Medienmainstream sein möchte, sich auf den Mainstream der Hetze und eine diffamierende Berichterstattung gegen den VfL Wolfsburg und seine Fans herablässt.
Gerade das Feiern des Jahres 1945, in welchem Deutschland vom Nationalsozialismus befreit wurde, sollte doch auch der TAZ ein wichtiges Anliegen sein. Diese Bedeutung
ins Lächerliche zu ziehen hätte man eher von einer anderen Seite des politischen Diskurses erwartet.
Die Grenzen der Satire sind sicherlich weit gesteckt, in diesem Fall sehen wir aber mehr als nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Von Ihnen wird Intoleranz und Ausgrenzung allein anhand von Herkunft und Gruppenzugehörigkeit betrieben. Ein solches Verhalten gilt es auf das Schärfste zu verurteilen.

Die Fanszene des VfL Wolfsburg sowie die Stadt Wolfsburg zeichnen sich durch Weltoffenheit und Gastfreundschaft aus. In kaum einer anderen Stadt Deutschland sind zehntausende Gastarbeiter so gut integriert worden, ist die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter so ausgeprägt und habe so viele weibliche Fans ein aktives Mitspracherecht in allen Bereichen der Fanszene und besuchen das Stadion.

Und übrigens, liebe TAZ, würden Spiele bei uns nur 88 Minuten gehen, dann hätten wir am Samstag einen Punkt geholt.

Vorstand Supporters Wolfsburg e.V.
Fandachverband VfL Wolfsburg

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